Second Hand Boutique FeinGewandet in Salzburg

Infos zum Shop

Feingewandet

Feingewandet

Second Hand im Boutique Style

Der erste Second Hand Shop, den wir besuchen, ist FeinGewandet. Das Geschäft ist in der Ernest Thun Straße 12, ziemlich genau in der Mitte vom Schloss Mirabell und dem Hauptbahnhof – super zu Fuß oder mit den Öffis zu erreichen. Wir parken in der Wifi-Garage und spazieren hin.

Nadine, die den Laden im Winter 2018 aufgemacht hat, erwartet uns schon und heißt uns mit einem Lächeln willkommen. Doch so weit sind wir noch nicht: Wir bestaunen noch das Schaufenster und die Modepuppe vor der Auslage: Sind wir hier richtig? Ist das der Second Hand Laden? Schnell wird klar, dass wir unsere Vorurteile endgültig über Bord werfen müssen! Bei FeinGewandet erwartet uns eine liebevoll eingerichtete Second Hand Boutique mit hochwertiger Kleidung.

Nadine verrät uns: „Die Kombinationen für die Puppen stelle ich immer selbst zusammen und wechsle sie oft, damit die Leute, die vorbeigehen, immer was zum Schauen haben und neugierig werden.“ Das gelingt ihr definitiv. Auch im Laden selbst, sind die Puppen alle geschmackvoll gekleidet und die Kleidung wird sehr ansprechend präsentiert: Es ist alles nach Farben sortiert und innerhalb der Farben nach Größen. Jede Größe wird dabei am Kleiderbügel gekennzeichnet, so findet jede Dame schnell und einfach die passende Größe.

So viel zu entdecken

Während wir mit Nadine plaudern, beginnen wir ganz nebenbei im FeinGewandet zu stöbern. Neben schönen Kleider, Blusen, Röcken, Hosen, Kostümen, T-Shirts finden wir auch Trachtenmode, Taschen, Schuhe und Accessoires. Bekannte Marken wie dirndl+bua sind genauso dabei wie Zara, Orsay oder S. Oliver. Die Größen gehen von 32 – 44 und die Sachen schauen alle aus wie neu.

Nadine meint: „Viele der Kleidungsstücke wurden noch nie getragen oder kaum. Das kennt doch jede von uns, dass wir mal einen Fehlkauf machen, der dann ewig im Schrank hängt. Beim Ankauf achte ich sehr darauf, dass die Kleidung in einem sehr guten Zustand und gewaschen ist.“ Selbstverständlich kennt sie alle ihre Lieferantinnen persönlich: „Meine Lieferantinnen kommen entweder ins Geschäft, nachdem wir einen Termin ausgemacht haben, oder ich fahre zu ihnen nach Hause und hole die Ware ab“, erzählt uns die gelernte Speditionskauffrau. Nadine ist sozusagen die Plattform zwischen Lieferantinnen und Kundinnen. Sie verkauft die Ware auf Kommission, wird sie nicht verkauft, holen Sie die Lieferantinnen nach vier bis fünf Monaten wieder ab.

Nadine hat schon einige Stationen auf ihrem Leben hinter sich: Zuletzt war sie im Angestellte und in der Frauenberatung tätig: „Eines Tages habe ich mir gedacht, ich erzähle den Frauen immer, dass sie machen sollen, was sie wollen. Und ich? Also habe ich beschlossen, meinen Traum zu verwirklichen.“ Als sie das ersehnte Geschäftslokal bekommt, macht sie sich selbstständig. Die Lage ist optimal, gleich im nächsten Geschäft ist eine Änderungsschneiderei, mit sie eng zusammenarbeitet. Die Straße ist eine nette Handwerkszeile, wo neben dem Schneider auch noch ein Juwelier und ein Schuster zu finden ist.

Natürlich fragen wir nach, wie sie auf die Idee eines Second Hand Laden gekommen ist: „Ich bin während meines Soziologie-Studiums mit Globalisierung und den Produktionsbedingungen von Kleidung in Berührung gekommen. Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Vorher habe ich selber immer viel und möglichst günstig gekauft, dann bin ich auf Second Hand umgestiegen. Ich habe hochwertigere Ware gekauft und bin dafür nicht mehr so oft einkaufen gegangen. Die Kleidung hatte plötzlich einen ganz anderen Wert für mich.“

Einmal umdenken, bitte

Nadine ist überzeugt, dass Second Hand ein großes Potential mit sich bringt: „In anderen Städten wie zum Beispiel München ist das schon voll etabliert. Für die Menschen ist es normal in Second Hand Shops zu schauen. So soll es bei uns auch werden, wir gestalten immerhin die Zukunft.“ Bis Second Hand Shopping zum Alltag in Salzburg wird müssen noch mehr Menschen umdenken, damit es schlussendlich in der Mitte ankommt – zur Gewohnheit wird. Die Zeichen stehen gut, das Bewusstsein der Menschen ändert sich. Nachhaltigkeit und verantwortlicher Umgang mit Ressourcen wird immer wichtiger.

Nadine macht uns auch darauf aufmerksam, dass das Kaufverhalten im Second Hand Bereich anders ist: „Manchmal muss man öfter gehen, bis man was findet. Aber genau das macht es so spannend.“ Bei ihr kaufen hauptsächlich Frauen um die 40. Die Jugendlichen schauen wohl eher auf Mädchenflohmarkt. „Meinen Kundinnen ist die persönliche Beratung noch wichtig“, sagt Nadine: „Ich versuche mir im FeinGewandet Stammkundinnen aufzubauen. So macht die Arbeit nämlich gleich doppelt Spaß: Ich kann gleich überlegen, welcher Kundin was passen könnte.“

Dass Nadine viel Herzblut in ihr Geschäft steckt, merken wir in allen Bereichen. Sie bringt viel Liebe mit und setzt sich mit der Kleidung auseinander, die sie verkauft. Dabei hat sie ein weiteres Second Hand in Salzburg geschaffen, das eine gute Ergänzung zu den anderen darstellt. Für die Zukunft wünscht sie sich, dass die Menschen neugieriger werden und bei ihr reinschauen: „Es besteht ja kein Kaufzwang. Ich freue mich auch, wenn die Menschen schauen und dann mal wieder kommen.“

Übrigens: Bei uns ist es nicht es nicht beim Schauen geblieben. Antonia und Caro haben einiges probiert und Caro ist am nächsten Tag wiedergekommen und hat zugeschlagen: Die neuen Lederstiefel sind zum absoluten Lieblingsstück geworden 🙂

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